Grundlagen Messsystemanalyse (MSA)

Wir erhalten Daten durch Messung an Objekten, Situationen oder Phänomenen.
Diese Daten nutzen wir zur Klassifizierung, Beschreibung, Verbesserung oder Steuerung von Prozessen und Abläufen.
Wir verwenden für alle Systeme, die Daten liefern, den Begriff Messsystem.
Es spielt dabei keine Rolle, ob tatsächlich im klassischen Sinne „gemessen“ wird oder ob aufgrund von Erfahrungen, Bewertungen und Regeln Daten entstehen.
In der Praxis überprüfen wir unsere Messsysteme viel zu wenig und das obwohl die Brauchbarkeit der Messsysteme häufig sehr schlecht ist. Auch ein neu kalibriertes Messgerät kann für die Messung, für die es eingesetzt wird, unbrauchbar sein.

Warum müssen wir die Messsysteme überprüfen?

Wir beobachten unsere Prozesse indem wir Messdaten erfassen. Die beobachtete Variation unserer Prozesse setzt sich somit zusammen aus der Variation des tatsächlichen Prozesses plus der Variation des Messsystems. Streut das Messsystem zu stark kann die tatsächliche Prozessvariation nicht erkannt werden!

Was gehört zum Messsystem und hat damit Einfluss auf den Messprozess?

Messwerkzeuge:

  • Hardware (Messgeräte, Prüfeinrichtungen, Lehren, …)
  • Software (Datenbanken, Auswerte-Software, Algorithmen…)

Alle Verfahren für die Anwendung der Werkzeuge:

  • Prüfpersonen (Erfahrungen, Fähigkeiten, Verständnis…)
  • Setup und Durchführung der Verfahren (Regeln, Anweisungen, ..)
  • Offline Berechnungen und Dateneingabe
  • Häufigkeit und Methode der Kalibrierung

Umfeld:

  • Platz, Sauberkeit,
  • Lichtverhältnisse,
  • Störungen, Lärm, Stress,…

Wir wollen überprüfen, ob das Messsystem

  • in der Umgebung, in der es eingesetzt wird,
  • von den Personen, von denen es bedient wird,
  • für die realen Teile, die gemessen werden sollen,
  • also für die Messaufgabe geeignet ist.

Messsystemanalysen können durchgeführt werden für:

Quantitative Größen (GR&R) für Zahlen und Maßeinheiten sowie für

Qualitative Größen (Attribute) durch subjektive Inspektionen wie sehen, fühlen, riechen, hören.

In beiden Fällen wird ermittelt wie groß der Einfluss der Wiederholbarkeit sowie der Reproduzierbarkeit auf die Variation der Messungen ist.

Wiederholbarkeit:

Variation der Mittelwerte der Messungen, die dadurch erhalten werden, dass derselbe Prüfer mit demselben Messinstrument wiederholt dasselbe Teil misst.

 

 

Reproduzierbarkeit:

Variation der Mittelwerte der Messungen, die dadurch erhalten werden, dass verschiedene Prüfer mit demselben Messinstrument wiederholt dasselbe Teil messen.

Tagesseminar

Messsystemanalyse

Erfahren Sie an einem Tag mehr über das Thema MSA

  • Grundlagen
  • MSA Typ 1
  • MSA Typ 2
  • MSA bei attributiven Daten

 

Neben den theoretischen Grundlagen vermitteln wir an konkreten Beispielen und praktischen Übungen den direkten Bezug zur Anwendung im Tagesgeschäft.

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